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title [year, status] "ethnolook" [2001, concept]
keywords
materials [dimensions] spiegel, papier-puppen/gewand zum ausschneiden

references
links verschleierung ... ein gesellschaftsspiel:
 

abstract

needed


_stangen
_tuecher oder zelt, mit deren hilfe wir die einzelnen prozessschritte raeumlich abgrenzen koennen
_computer, digitalkamera, drucker [duerfte kein problem sein], beamer
_testpersonen
_meinungen



concept_02 [20.11.2001]

der körper nimmt einen raum ein, der sich immer über die existenz des körpers definiert. dieser raum kann also niemals ohne den menschen existieren. die definition dieses raumes ist ohne den körper nicht vorstellbar. der raum oder dieser ort ist veränderbar, je nachdem welches aussehen der mensch ihm gibt. am offensichtlich einfachsten ist die veränderung dieses raumes durch kleidung. der ort ist mobil. kein mensch wird ihn jemals los.

die definition dieses ortes obliegt jedem einzelnen in einem besonderen ausmass. denn selbst wenn jemand keine macht hat, seine wohnstätte, seinen arbeitsraum, die stadt oder das land zu gestalten, bleibt ihm noch sein körper. der körper tritt in erscheinung, so wie sein besitzer ihn sowohl sich selbst als auch anderen präsentieren will. wer mehr macht hat seinen körper zu definieren, verschiebt die grenzen seiner macht nach aussen. andere werden seine definition kopieren. wer wenig definitionsmacht hat, dessen grenzen werden von anderen bis zur blossen haut zurückgedrängt.

wer entscheiden kann, was er wann wie oder wann anzieht, behält die macht den minimalen persönlichen raum zu definieren. wer bekleidet wird, um in augen von anderen definiert zu sein, dem bleibt nur der blick nach innen oder der verlust der identität zu gunsten der uniform.

das anzieh- + auszieh-spiel mit puppen reflektiert die sehnsucht die definition des eigenen körpers aus einer sicheren distanz zu erfahren. es bietet die möglichkeit über die projektion auf das "kleine ich" - die puppe eine fremddefinition auszuprobieren. die identität bleibt dabei unbeschadet. im puppenspiel setzt sich der mensch einer konfrontation mit seiner veränderten identität nur gegenüber sich selbst aus. wer sich jedoch selbst analog zur puppe eine neue identität gibt, indem er die kleidung wechselt, setzt sich aus, auch von anderen neu definiert zu werden + dieser definition nicht mehr zu entkommen.

das projekt "ethnolook" soll die möglichkeit geben, zwischen puppe + person zu wechseln. am ende sollen puppe + person zu verschmelzen. in diesem prozess wird die identität langsam, schrittweise verändert. dies passiert durch mehrere etappen der projektion + der konfrontation mit dieser projektion.


schritt_1
die teilnehmer lassen ein digitalfoto von sich machen. dieses foto wird ausgedruckt. spiegel_1

schritt_2
eine anziehpuppe [format din a4] wird vom teilnehmer aus karton ausgeschnitten. die teilnehmer werden nun aufgefordert das foto ihres gesichts auf die anziehpuppe zu kleben. identifikation mit der puppe. projektion des ich.

schritt_3
die teilnehmer werden mit einer "neuen identität" konfrontiert. zu diesem zweck wird ihnen ein katalog von einer garderobiere vorgelegt. dieser katalog ist eine sammlung von oberbekleidung verschiedener kulturen + bevölkerungsgruppen. die garderobiere ist beauftragt den k+en ein zur persönlichkeit passendes ensemble aufzuschwatzen [fremddefinition]. das spiel mit dem anders-sein. neudefinition des körperortes

schritt_4
der teilnehmer wird mit seiner puppe in den nächsten raum gebeten, wo er nun selbst neu bekleidet wird. das ensemble besteht aus vorgefertigten papierüberwürfen auf denen die dargestellte kleidung nur beschrieben steht - ebenso sind auch farbe, schnitt etc fragmentarisch angegeben. daraufhin werden die personen fotografiert. spiegel_2

schritt_5
mittels projektor wird das foto der person mit dem von der garderobiere gewähltem papierüberwurf in lebensgröße projeziert. daneben ist die projektion der ausschneidepuppe mit dem im katalog gezeigtem gewand zu sehen. ev. wird das gesichtsfoto der person über die ausschneidepuppe gezogen. projektion [=puppe mit wunschgewand] + spiegelbild [=foto der person] sind von aussen sichtbar sein. spiegel_3.

schritt_6
der letzte versuch die puppe + die person dauerhaft neu zu definieren, ist die aufgabe an die teilnehmer, der puppe, die vorgefertigen papierkleider endgültig an den leib zu schneidern. die kleider werden von den teilnehmern mit superkleber an den anziehpuppen befestigt. die fremddefinition überwiegt im gegensatz zur eigendefinition.




concept_01 [11.11.2001]

der körper nimmt einen raum ein, der sich immer über die existenz des körpers definiert. dieser raum kann also niemals ohne den menschen existieren. die definition dieses raumes ist ohne den körper nicht vorstellbar. der raum oder dieser ort ist veränderbar, je nachdem welches aussehen der mensch ihm gibt. am offensichtlich einfachsten ist die veränderung dieses raumes durch kleidung. der ort ist mobil. kein mensch wird ihn jemals los.

die definition dieses ortes obliegt jedem einzelnen in einem besonderen ausmass. denn selbst wenn jemand keine macht hat, seine wohnstätte, seinen arbeitsraum, die stadt oder das land zu gestalten, bleibt ihm noch sein körper. der körper tritt in erscheinung, so wie sein besitzer ihn sowohl sich selbst als auch anderen präsentieren will. wer mehr macht hat seinen körper zu definieren, verschiebt die grenzen seiner macht nach aussen. andere werden seine definition kopieren. wer wenig definitionsmacht hat, dessen grenzen werden von anderen bis zur blossen haut zurückgedrängt.

wer entscheiden kann, was er wann wie oder wann anzieht, behält die macht den minimalen persönlichen raum zu definieren. wer bekleidet wird, um in augen von anderen definiert zu sein, dem bleibt nur der blick nach innen oder der verlust der identität zu gunsten der uniform.

das anzieh- + auszieh-spiel mit puppen reflektiert die sehnsucht die definition des eigenen körpers aus einer sicheren distanz zu erfahren. es bietet die möglichkeit über die projektion auf das "kleine ich" - die puppe eine fremddefinition auszuprobieren. die identität bleibt dabei unbeschadet. im puppenspiel setzt sich der mensch einer konfrontation mit seiner veränderten identität nur gegenüber sich selbst aus. wer sich jedoch selbst analog zur puppe eine neue identität gibt, indem er die kleidung wechselt, setzt sich aus, auch von anderen neu definiert zu werden + dieser definition nicht mehr zu entkommen.

das projekt "ethnolook" soll die möglichkeit geben, zwischen puppe + person zu wechseln. am ende sollen puppe + person zu verschmelzen. in diesem prozess wird die identität langsam, schrittweise verändert. dies passiert durch mehrere etappen der projektion + der konfrontation mit dieser projektion.



schritt_1
die teilnehmer lassen ein digitalfoto von sich machen. dieses foto wird ausgedruckt. spiegel_1

schritt_2
eine anziehpuppe [format din a 4] wird vom teilnehmer aus karton ausgeschnitten. die ausgeschnittene puppe ist nur mit einer jean bekleidet. die jean symbolisiert den kleinsten kulturellen bekleidungs-nenner der teilnehmer. die teilnehmer werden nun aufgefordert das foto ihres gesichts auf die anziehpuppe zu kleben. identifikation mit der puppe. projektion des ich.

schritt_3
die teilnehmer werden mit einer "neuen identität" konfrontiert. zur auswahl stehen für männer eine zur zeit in afghanistan übliche pluderhose + mantel-bekleidung. für frauen werden pluderhosen + ein überkleid angeboten. diese kleider sind wiederum von den teilnehmern aus karton auszuschneiden + mittels laschen den anziehpuppen anzuziehen. die neudefinition des körperortes birgt gleichzeitig die konfrontation mit jener kleidung, von deren trägern wir uns zur zeit am stärksten abzugrenzen versuchen. das spiel mit dem anders-sein.

schritt_4
der teilnehmer wird mit seiner puppe in den nächsten raum gebeten, wo er selbst neu bekleidet wird. frauen erhalten eine burka, männern wird ein bart, ein turban aufgesetzt + eine kalaschnikow in die hand gedrückt. daraufhin werden sie mit ihrem spiegelbild konfrontiert. spiegel_2. + fotografiert, spiegel_3. danach darf sich die person wieder entkleiden.

schritt_5
der letzte versuch die puppe + die person dauerhaft neu zu definieren, ist die aufgabe an die teilnehmer, der puppe, die kleider endgültig an den leib zu schneidern. die kleider werden von den teilnehmern mit superkleber an den anziehpuppen befestigt. in diesem stadium des prozesses kann nicht mehr von einem spiel gesprochen werden. denn dieser akt hat den charakter des zwangs. die fremddefinition überwiegt im gegensatz zur eigendefinition.

schritt_6
es bleibt jedoch nicht nur das neudefinierte bild des "kleinen ichs", denn das foto der verkleideten person wird im öffentlichen raum ausgestellt. so obliegt es nunmehr den anderen, die person in ihre raster, über die die person selbst keine macht mehr hat, einzufügen.